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Ortsverein des Unterbezirks Oberhausen

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Mitgliederversammlung mit JĂŒrgen Koch

posted 03.04.18 (Startseite)

Mitgliederversammlung mit JĂŒrgen Koch, 1. Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Agentur fĂŒr Arbeit Oberhausen

Digitalisierung der Arbeitswelt – VerĂ€nderung in Industrie und Gesellschaft

Am Dienstag, den 27.03.2018 konnte unser Ortsverein zu einem sehr informativen Abend einladen. Es gelang dem Referenten JĂŒrgen Koch, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Agentur fĂŒr Arbeit Oberhausen, uns das Thema Digitalisierung der Arbeitswelt nahe zu bringen. JĂŒrgen Koch betonte die positiven Elemente der 4. industriellen Revolution, er verschwieg uns aber auch nicht die negativen Aspekte.

Es sei durchaus als positiv zu bewerten, dass Routinejobs oder auch gesundheits- gefĂ€hrdende Aufgaben von Maschinen ĂŒbernommen werden. Viele Berufe werden sich Ă€ndern, einige auch komplett wegfallen. Der Digitalisierungsgrad einzelner Branchen fĂ€llt dabei unterschiedlich aus. Viele metallverarbeitende TĂ€tigkeiten werden schon jetzt durch Maschinen und Anlagen durchgefĂŒhrt. Soziale Berufe seien eher weniger betroffen, so sind im Gesundheitswesen die Möglichkeiten der Digitalisierung nach Untersuchungen von Arbeitsmarktforschern als gering einzuschĂ€tzen. Risiken bestehen demnach neben dem Wegfall von ArbeitsplĂ€tzen auch darin, dass sich die BeschĂ€ftigungsstrukturen Ă€ndern. Die soziale Absicherung werde gefĂ€hrdet sein, die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit verschwimmen. Chancen werden im Entstehen neuer Berufsbilder und neuer ArbeitsplĂ€tze gesehen, die aber meist hohe Kompetenzen erfordern. Daraus ergĂ€be sich zwingend die Bedeutung von Bildung, die keinesfalls unterschĂ€tzt werden dĂŒrfe.

Der Einfluss dieser Entwicklungen auf Oberhausen selbst wird nach EinschĂ€tzung von JĂŒrgen Koch nicht gering sein. In Oberhausen seien ĂŒber 60 % der sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten in Fachkraftberufen tĂ€tig und gerade hier ist das Potential der Ersetzbarkeit durch Digitalisierungsprozesse recht hoch. Abschließend wies er noch auf den sogenannten „Job-Futuromat“, ( https://job-futuromat.iab.de/ ) hin, einem Internetangebot, bei dem die Digitalisierungs-möglichkeiten von Berufen und TĂ€tigkeiten jeder fĂŒr sich selbst ablesen kann.

In der anschließenden Diskussion wurde die Unbeweglichkeit der Institutionen beklagt, die Berufsbilder bestimmen. Kontrovers erörterten die Genossen die geforderte FlexibilitĂ€t von Arbeitnehmer. Diskutiert wurden die Möglichkeiten der stĂ€dtischen Wirtschaftsförderung oder die Aussichten eines sozialen Arbeitsmarkts. Hier spielt die Frage der Finanzierbarkeit eine entscheidende Rolle.

Einigkeit bestand in der Meinung, dass dies eine Herausforderung an die ganze Gesellschaft ist. Zusammenwirken mĂŒssen hier die Unternehmen, die Arbeitnehmer, das Bildungssystem sowie Verwaltung und Politik. Die Betonung von Bildung entspricht dem klassischen Grundgedanken der Sozialdemokratie. Gefordert wurde eine Kontrolle der 4. industriellen Revolution, um nicht nur einige wenige von diesem Umbau profitieren zu lassen. Die SPD könne und mĂŒsse im Sinne ihrer bereits vorhandenen Programmatik (www.spd.de/standpunkte/unsere-zukunft-in-der-digitalen-gesellschaft/) zur neuen Arbeitswelt hier „Leitplanken“ setzen, um Fehlentwicklungen zu vermeiden.